Campus Don Bosco
Zentrum für junge
Menschen in München

Don Bosco Fest 2020: Von „Bibis Beauty Palace“ bis zum kirchlichen Instagram Account

Veröffentlicht am: 24. Januar 2020

München – Wie will sich Kirche in den neuen Medien präsentieren und was muss sie dafür tun, um Jugendliche in der virtuellen Welt zu erreichen? Zum Auftakt ihres Don Bosco Festwochenendes nahmen die Salesianer Don Boscos in München die „digitale Welt“ und ihre unendlichen Möglichkeiten in den Fokus.

Ein bisschen Humor durfte da nicht fehlen. Ob die Kirche einen eigenen Beauty-Kanal brauche, um mehr Follower zu generieren, fragte der Moderator des Abends, Salesianerpater Alfons Friedrich, in gewohnt provokanter Manier. Sonja Lexel, Referentin für jugendpastorale Grundsatzfragen der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz und an diesem Abend für die Vermittlung des „Fachwissens“ zuständig, konterte schlagfertig: „Das hängt davon ab, was Sie für ein Bild von Kirche vermitteln wollen“, antwortete die Theologin und Religionspädagogin mit einem Augenzwinkern – und erntete den Applaus der rund 160 geladenen Gäste des Festabends.

Sonja Lexel DB Fest 2020

In einem Impulsreferat zum Thema „OMG?! – Jugend und Kirche in Social Media“ hatte Lexel die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengestellt: Wie sind junge Menschen in Social Media unterwegs? Wo sind sie unterwegs? Und wie und wo präsentiert sich Kirche in diesem Bereich? „Online werden alle Themen des Lebens angesprochen und die Jugendlichen finden hier zu jedem Thema eine Meinung“, sagte die Referentin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge und verwies dabei auch auf die Suche junger Menschen nach Antworten, Werten und Orientierung in der digitalen Welt. Hier müsse die Kirche ansetzen, forderte die passionierte Gamerin und zeigte anhand von Beispielen auf, was junge Menschen im Internet nutzen, unter anderem eben auch „Bibis Beauty Palace“ auf YouTube. „Wenn die Kirche in der virtuellen Welt nicht präsent ist, verliert sie an Relevanz im Leben der Jugendlichen“, mahnte Lexel. Die Herausforderung sei dabei, dass die kirchlichen und pädagogischen Mitarbeitenden die digitalen Welten zum einen wahrnehmen und zum anderen ernstnehmen müssten.

Medienpädagogischer Fachtag am 24. November geplant
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Dass das bereits auf dem Campus Don Bosco passiert, beweist eine kleine Studie, die Campusseelsorger Pater Pawel Klos, Martina Edenhofer, Pastoralbeauftragte des Salesianums, und Christoph Horner, Leiter der Caritas Don Bosco Berufsfachschule für Kinderpflege, am Abend vorstellten. In einer hauseigenen Umfrage hatten sie in den vergangenen Wochen Jugendliche zu ihrem Medienkonsum befragt. Die Studie soll in den nächsten Monaten noch ausgeweitet und im Rahmen eines medienpädagogischen Fachtags am 24. November eingeordnet und fachlich unterfüttert werden.

Bereits vor Beginn des Festaktes hatten die Salesianer Don Boscos zu einer Vesper in die Pfarrei St. Wolfgang eingeladen. Dieser stand ein Jesuit vor: Bernd Hagenkord, langjähriger Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, griff in seiner Ansprache das Thema des Abends auf und predigte über die „schöne, bunte Welt des Internets“. Es brauche Abenteurer, die sich aufmachten, diesen Kontinent des Internets zu entdecken, damit die Kirche von ihnen lernen könne. Zum Vergleich verwies der Pater auf Don Bosco, der ein „Typ“ gewesen sei, der Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft stiften konnte. „Auch im Netz braucht es solche Typen“, so Hagenkord.

Bildergalerie vom Don Bosco Festwochenende

 

Fotos: Robert Kiderle, Patrizia Czajor, Katharina Hennecke

Medienpreis Don Bosco Spatz verliehen

Passend zum Vortragsthema Kirche und Medien im weitesten Sinne wurde am Abend der Medienpreis „Don Bosco Spatz“ von den Salesianern Don Boscos in München in Kooperation mit Don Bosco Medien GmbH und dem Salesianum verliehen. Ausgezeichnet werden mit dem „Don Bosco Spatz“ Journalistinnen und Journalisten, die durch ihre Beiträge auf die aktuellen Herausforderungen junger Menschen und auf neue, wegweisende Ansätze der pädagogischen und präventiven Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen. Dieses Jahr wurden 70 Beiträge aus Fernsehen, Hörfunk, Print- und Onlinemedien eingereicht. Der Preis ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert.

Der erste Preis ging dabei Thomas Hauswald für seinen Film „Zuhause auf Zeit. Wenn Jugendliche nicht mehr weiterwissen“, der im März 2019 in der ARD ausgestrahlt wurde. Hauswald erzähle – filmisch exzellent – die Geschichte von zwei „waschechten Don Boscos“, die Jugendlichen in einer Einrichtung im Osten Dachaus wieder eine Perspektive für ihr Leben geben, so Laudator Stefan Eß, geschäftsführender Direktor des St. Michaelsbundes in München, der zusammen mit Barbara Brustlein, Chefredakteurin des missio magazins, Rolf Pitsch, Geschäftsführer der Bonifatius GmbH in Paderborn, und Pater Alfons Friedrich, Geschäftsführer der Don Bosco Medien GmbH, die Jury des Preise gebildet hatte. Zur Übergabe des Preises, die durch den Caritas-Finanzvorstand Thomas Schwarz erfolgte, kamen auch die drei jugendlichen Protagonisten und ihre beiden Betreuer auf die Bühne und sorgten so für einen berührenden Moment des Abends.

Fortsetzung des Don Bosco Festes am Sonntag

Der zweite Preis ging an den Journalisten Philipp Maußhardt für seine Geschichte „Auf eigene Faust“, in der er eindringlich beschreibt, wie es ist, wenn der eigene Sohn zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet. In seiner Danksagung berichtete Journalist Philipp Maußhardt, dass der Täter nach dem Ende seines Jugendstrafvollzugs in einer kirchlichen Einrichtung und auf einem guten Weg sei.

Der Redakteur Christoph Brüwer bekam den dritten Preis des Abends verliehen für seinen Text „Die Last eines Lebens“. Darin setzt er sich mit der Thematik von Kindern und Jugendlichen auseinander, die sich früh um die eigenen Eltern kümmern müssen und dadurch beispielsweise in der Schule Probleme haben. Durch die Lesung kurzer Textausschnitte und das Zeigen einiger Filmminuten bekamen die Zuschauer einen lebendigen Eindruck von den preisgekrönten Arbeiten.

Am Sonntag gehen die Festlichkeiten dann weiter und starten mit einem Gottesdienst um 11 Uhr in St. Wolfgang. Hauptzelebrant ist Christoph Klingan, neuer Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Anschließend sind alle Gäste zu einem Mittagessen im Veranstaltungssaal des Salesianums eingeladen. Abgerundet wird das Programm mit dem Kindermusical „Die chinesische Nachtigall“ der Singschule St. Wolfgang unter der Leitung von Stefan Ludwig im Veranstaltungssaal des Salesianums (ab 15:30 Uhr).

Text: RefÖA/kh/pj